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  • Big Brother City (Überwachung Londons) 1-3 Play all

    Nirgendwo auf der Welt werden die Bürger so gut überwacht wie in Großbritannien: Hier gibt es 4 Millionen Videokameras, d.h. eine Kamera für 14 Einwohner! Duncan Campbell, freier Journalist und Verfasser des Berichts über das Abhörsystem "Echelon" für das Europäische Parlament, zeigt die Orwellsche Dimension der britischen Hauptstadt, die eine wahre Versuchsküche für "Big Brother" geworden ist.
    In London, so Duncan Campbell, herrschen science-fiction-artige Zustände, die sogar Orwells Phantasie noch übertreffen. Überall überwachen Kameras die als potentielle Kriminelle betrachteten Bürger. Das Erstaunlichste ist, dass die Bevölkerung diesen Zustand schicksalsergeben akzeptiert. Haus und Auto waren bisher die letzten Bastionen der Privatsphäre, doch selbst das soll sich ändern.
    Anfang dieses Jahres führt Großbritannien auf dem gesamten Staatsgebiet ein System zur automatischen Nummernschild-Erkennung ANPR ein . "Mit Hilfe eines Netzes von Kameras, die automatisch die Kennzeichen aller vorbeifahrenden Fahrzeuge erfassen, soll eine riesige Datenbank geschaffen werden. Sie gibt Polizei und Sicherheitsdiensten Auskunft über sämtliche Strecken, die ein Fahrer zurückgelegt hat", betont Duncan.
    Auch der Markt für Hausüberwachungssysteme boomt in Großbritannien. Der Inhaber eines Fachgeschäfts bekräftigt, dass er 90 % seines Umsatzes im privaten Bereich erzielt. Von der klassischen Überwachungskamera an der Haustür bis zum stecknadelkopfgroßen Hightech-Spion kann man alles kaufen.
    Und jeder bespitzelt jeden. Im Londoner Stadtteil Shoreditch zum Beispiel sind die Überwachungskameras über Kabel allen zugänglich. Für 3,50 £ pro Woche können Abonnenten die Bilder von ca. 400 Kameras auf dem heimischen Fernsehgerät empfangen. Die Aktion wurde gestartet, um gegen unsoziales Verhalten vorzugehen. Für Duncan Campbell wirft diese gegenseitige Bespitzelung allerdings die Frage nach dem Schutz schwacher Menschen, zum Beispiel Kinder, auf.
    Selbst wenn die Mehrheit der Briten die ständige Überwachung zu akzeptieren scheint, werden doch auch kritische Stimmen laut. Sie richten sich vor allem gegen die biometrische Datenerfassung. Die Datenbank genetischer Fingerabdrücke wächst beunruhigend schnell. Das britische DNA-Register ist das umfangreichste der Welt. In ihm sind 5,24 % der Bevölkerung verzeichnet, gegenüber 1,13 % in den Vereinigten Staaten und 0,41 % in Deutschland. In Frankreich wird nur jeder tausendste Bürger erfasst, aber die Tendenz ist steigend.
    "Der britische Bürger wird nicht mehr nur gefilmt, sondern auch von Kopf bis Fuß biometrisch erfasst", bemerkt Duncan. Dies dient vor allem der Zugangskontrolle zu Schulen, Privatclubs und Stadien.
    Doch die Kontrolle jedes einzelnen Menschen lässt sich noch weiter treiben. Vor einigen Monaten gelang es dem britischen Wissenschaftler Kevin Warwick, durch zwei elektronische Implantate sein Nervensystem mit einem Computer zu koppeln. Der erste Cyborg der Welt!
    Wird man demnächst die Maschinen mit dem menschlichen Gehirn vernetzen?
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  • Das Superkonto - Der Griff nach den EU-Milliarden 1-4 Play all

    "Das Superkonto" -- die Story über den "Griff nach den EU-Milliarden". Der Film von Michael Grytz und Klaus Martens ist ein journalistisch brillantes Stück. Die spannende Doku wirft ein Schlaglicht in eine EU-Schmuddelecke, hinterfragt, was eigentlich mit den Steuergeldern passiert, die wir jährlich auf ein Konto der Europäischen Union überweisen -- 22 Milliarden Euro pro Jahr. Allein in Brüssel gibt es über 2.500 Büros, die nur eine Aufgabe haben: Geld von der EU abzugreifen. Konzerne, Lobbyisten, Berater und Politiker haben auf unterschiedliche Weise Zugriff auf das Superkonto mit den Steuermilliarden. Beispiel Nestlé. Warum kassiert das Schweizer Unternehmen mit einem Jahresgewinn von 8 Milliarden Schweizer Franken über 40 Millionen Euro an EU-Subventionen? Beispiel RWE. Warum erhält der Essener Energiekonzern die mit Abstand größten Agrarsubventionen in Nordrhein-Westfalen? Sehr interessant die Schwarzkonten, die dieser Film offensiv anspricht -- eine erschreckende und unakzeptable Grauzone, in der unsere Steuergelder versickern. Nehmen Sie sich den Film auf, wenn Sie ihn nicht sehen können, es lohnt sich.
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  • Das Spiel mit dem Hunger 1-3 Play all

    Zu Beginn des Jahrtausends konnte nichts und niemand den Optimismus der Finanzmärkte trüben. Die Möglichkeiten beständiger Spekulationsgewinne schienen grenzenlos. So lag es nahe zu fragen, ob Börse und Versicherungen nicht auch humanitäre Hilfsmaßnahmen wirksam unterstützen könnten. Die Experten des Welternährungsprogramms der UNO beschlossen daher, die Ernten im permanent von Hungersnöten bedrohten Äthiopien gegen Ausfälle wegen Trockenheit zu versichern. 2006 litt Äthiopien jedoch nicht unter Trockenheit. Die Katastrophe trat in Form sintflutartiger Regenfälle und Überschwemmungen ein. Ein Teil des Viehbestands ertrank in den Fluten, in einigen Gegenden des Landes wurden die Lebensmittelvorräte vollständig vernichtet. Die Verantwortlichen zeigten sich von dieser Fehleinschätzung wenig beeindruckt und erwogen sogar eine Ausweitung des Versicherungsmodells...

    Der Film macht die riesige Kluft zwischen beiden Welten deutlich: Auf der einen Seite diejenigen, die am grünen Tisch politische Entscheidungen von globaler Tragweite treffen, auf der anderen Seite Menschen, die um ihr nacktes Überleben kämpfen, ohne die geringste Möglichkeit, ihr eigenes Schicksal zu beeinflussen.
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