Karl Heinz Roth ist Sohn eines Polizeimeisters und einer Näherin; er machte 1961 Abitur und ging dann freiwillig zur Bundeswehr, wo er aber wegen Verweigerung des Diensteids in eine Sanitätseinheit strafversetzt wurde.
Es folgte ein Medizinstudium in Würzburg und Köln und die Teilnahme am Studentenprotest gegen Notstandsgesetzgebung und Vietnam-krieg.
Im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) gelangte er bis in den Bundesvorstand.
Daneben begann er eine Tätigkeit als Betriebssanitäter der Kölner Ford-Werke.
1967 setzte er sein Studium und seine SDS-Tätigkeit in Hamburg fort, wo er bald per Haftbefehl gesucht wurde, dem er sich zunächst entzog.
Am 5. November 1969 stellte sich Karl Heinz Roth freiwillig der Justiz, verbrachte jedoch nur zwölf Stunden in der Zelle, bevor er amnestiert wurde.
Die Niederschlagung des Palästinenser - Aufstands 1970 in Jordanien nahm er zum Anlass, in den Nahen Osten zu reisen, um dort medizinische Hilfe zu leisten.
Roth engagierte sich nach dem Zerfall des SDS im Internationalismusreferat des AStA der Universität Hamburg und in der daraus hervorgegangenen „Gruppe Trikont".
Aus einem Teil dieser Organisation, zu dem auch Roth gehörte, gingen später die „Proletarische Front" sowie die „Proletarische Front -- Gruppe Westdeutscher Kommunisten" hervor, die von dem politischen Ansatz der italienischen operaistischen Gruppe „Potere operaio" inspiriert waren und gemeinsam mit anderen operaistischen Gruppen die Publikationen "Wir Wollen Alles" und darauf folgend:
"Autonomie -- Materialien gegen die Fabrikgesellschaft" herausbrachten.
Zu beiden Publikationen steuerte Roth Artikel bei und wirkte bei der Gründung der Autonomie 1975 mit.
Daneben arbeitete er in einem Kölner Krankenhaus.
Zu einem Zwischenfall kam es am 9. Mai 1975, als Roth, wieder in Deutschand, in Köln in eine Polizei-kontrolle geriet; er befand sich in Begleitung von Werner Sauber, einem Mitglied der Bewegung 2. Juni.
Es kam zu einer Schießerei, bei der Werner Sauber und der Polizist Walter Pauli getötet wurden.
Ein weiterer Polizist wurde angeschossen.
Roth selbst wurde lebensgefährlich verletzt und in der Folge wegen Mordes angeklagt, 1977 jedoch freigesprochen.
Nach seiner Genesung ließ er sich als Arzt nieder.
Politisch näherte er sich anarchistischen Bewegungen an.
Zugleich veröffentlichte er Bücher zur Sozialgeschichte des Nationalsozialismus, dessen Verbrechen, insbesondere auf medizinischem Gebiet, und zur Geschichte und Gegenwart der deutschen Arbeiterbewegung.
Darunter dürfte sein Buch Die „andere" Arbeiterbewegung (1974) am bekanntesten sein.
Nach der Wende veröffentlichte er im Jahr 2000 das Buch "Anschließen, angleichen, abwickeln", in dem er die existierenden Planungen west-deutscher Regierungsstellen für den Eventualfall der Wiedervereinigung beschreibt.
Mitte der 1980er Jahre edierte Roth die O.M.G.U.S.-Berichte gegen die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die I.G. Farben.
1986 war er Mitgründer der Zeitschrift "1999 - Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts", die seit 2003 unter dem Titel:
"Sozial.Geschichte - Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts" erscheint.
Für diese ist Roth weiter als Redakteur und Autor tätig sowie im Vorstand der die Zeitschrift tragenden Stiftung für Sozialgeschichte engagiert.
1986 wurde Roth mit einer Arbeit über Filmpropaganda und Vernichtung der Geisteskranken und Behinderten im „Dritten Reich" promoviert.
Er veröffentlichte 1992 zusammen mit Angelika Ebbinghaus eine Dokumentation über Theodor Schieders Polendenkschrift vom 7. Oktober 1939 und äußerte sich in der Folge auch zur Wissenschaftsge-schichte der Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert, insbesondere zum Verhältnis zwischen Historikern und dem Nationalsozialismus.
Zum 5-jährigen Jubiläums-Ratschlag von Attac Deutschland im April 2005 war Roth als Gastredner geladen.
Er hielt die Abschlussrede mit dem Titel:
"Der Zustand der Welt und die Chancen einer glaubwürdigen Alternative."
Karl Heinz Roth ist im Beirat des Internetprojektes Informationen zur deutschen Außenpolitik.
Die Gruppe Wildcat, in deren gleichnamiger Zeitschrift er publiziert, bezeichnet er gegenwärtig als seine politische Heimat.
Sein politischer Ansatz ist weiterhin stark vom Operaismus beeinflusst.
Quelle: wikipedia -- Mehr Infos:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/158511.ueber-marx...