http://Hessenreporter.de - Die Kritik, die der Bund der Steuerzahler am Hessentag äußerte, rüttelt an den Grundfesten des Landesfests. Entsprechend empört reagierte die Landesregierung.
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen forderte die Landesregierung am Dienstag auf, die Kosten für den Hessentag deutlich zu senken. Ein Sprecher sagte, die Ausgaben seien "nicht angemessen" und trieben die kommunalen Schulden in die Höhe. Als Beispiel nannte er Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf), den diesjährigen Gastgeber des Landesfests. Die Stadt müsse den Hessentag vermutlich mit fünf Millionen Euro bezuschussen. Damit sei der Hessentag das teuerste Landesfest in ganz Deutschland. Am teuersten war laut Steuerzahlerbund der Hessentag 2005 in Weilburg: Er habe insgesamt 67 Millionen Euro gekostet.
Der BdSt mahnte ein neues, günstigeres Konzept für den Hessentag an und zwar ab 2013. Dann soll das Volksfest in Vellmar (Kassel) stattfinden. Doch der BdSt beließ es nicht beim Fordern: Er machte gleich konkrete Vorschläge, wie künftig gespart werden könnte. So solle das Fest künftig nicht mehr zehn Tage dauern, sondern auf ein verlängertes Wochenende begrenzt werden. Alternativ könne man den Hessentag alle zwei Jahre stattfinden lassen. Zudem sollten auf dem Landesfest hauptsächlich hessische Vereine und Künstler auftreten.
Die Landesregierung wies die Kritik des Steuerzahlerbundes umgehend zurück. Sie sei "unbegründet", sagte Regierungssprecher Dirk Metz (CDU). "Keine Stadt wird zum Hessentag gezwungen", betonte er und fügte hinzu: "Wir freuen uns aber sehr darüber, dass sich viele Städte bewerben." Die Städte betrachteten das Landesfest als eine "großartige Chance", für sich zu werben. Außerdem könnten Investitionsmittel schnell genutzt werden, die sonst über einen längeren Zeitraum geflossen wären, unterstrich der Regierungssprecher.
Abgesehen davon leiste das Landesfest einen "bemerkenswerten Beitrag zum Zusammengehörigkeitsgefühl in Hessen". Ohne den Hessentag, so Metz, wäre das Land kulturell ärmer. (Textquelle: HR)
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